Vom Mut zur Tracht (Spiel mit Worten)



Mut

Unter Mut stellt man sich etwas Kolossales vor. Aber Mut kann ganz verschieden sein, gross und klein, hoch und lang. 

Der Großmut zum Beispiel sieht über vieles hinweg, dem Kleinmut gelingt das weniger, er macht sich dauernd Sorgen. Und dann der Hochmut, was soll man dazu sagen, Gottseidank kommt er meistens zu Fall.

Und so geht es weiter über den Unmut zum Übermut bis zur Schwermut und Wehmut, von denen man sich fragt, was sie noch mit Mut zu tun haben. Sie haben eher etwas miteinander zu tun, die Wehmut hat etwas Schwermütiges und die Schwermut etwas Trauriges.

Aber wo ist da der Mut?

Mut sehe ich da keinen, ich meine, richtigen Mut,

denjenigen, der sich Kopf voran in die Schlacht stürzt

und kämpft bis er verwundet wird.

Andererseits könnte man aber sagen, dass die Wehmut und die Schwermut schon verwundet sind, die Schwermut sogar schwer.

Und trotzdem immer wieder in die Schlacht ziehen, im Fall der Wehmut vielleicht nur in ein Scharmützel, aber die Schwermut kämpft gegen Gegner, die schwer zu packen sind.

Wie auch immer: Ich trinke jetzt einen Wermut.


Sophie


Tracht

Trachten werden immer noch gern getragen. In meiner Umgebung die St.Galler Tracht und die Appenzeller Tracht.

Bei der Appenzeller Tracht kann man beobachten, was oft auch in der Tierwelt gilt: Die Männer haben das farbigere Gefieder.

(Bei der Stadt St. Galler Festtagstracht ist es dann wieder umgekehrt, da stellen die Frauen den Kamm.) 

Ich weiss jetzt gar nicht, woher das Wort kommt, das ja auch in anderen Zusammenhängen benutzt wird. Beim Wort Eintracht liegt der Zusammenhang noch auf der Hand, denn die Trachten Tragenden sitzen gern einträchtig zusammen, trinken ein Bier und singen dazu. Zwietracht ist dann einfach, wenn sie das nicht tun.

Und wie man zwischen einer Sonntagstracht und einer Werktagstracht

unterscheidet, muss man auch zwischen Hochtracht und Niedertracht unterscheiden. Die Hochtracht ist ein bisschen aus der Mode gekommen, aber die Niedertracht wird in letzter Zeit wieder öfter getragen.

Was beweist, dass sogar das Trachtentragen Modeströmungen unterliegt. Sonst ist ihr Sinnen und Trachten eher auf Beständigkeit und Unveränderlichkeit aus, daher auch der Name. Womit ich also die Herkunft des Wortes doch noch gefunden habe.

Vielleicht aber kommt es ganz einfach vom Wort tragen, sehr wahrscheinlich sogar, aber lassen wir das, sonst landen wir noch beim Wort trachten und dazu fällt mir im Moment nur die Redewendung

jemandem nach dem Leben trachten ein, und das bringt uns hier nicht weiter. Eine Tracht Prügel gibt’s auch noch, also Sie sehen, es hat keinen Sinn hier weiter zu forschen. Sonst lande ich noch beim Adjektiv trächtig

und das gehört nun definitiv nicht hierher.


Aniflur '20