Im Museum



Ha.Sch                     


Gespräche im Museum

 

 

A

 Was ist eine Büste?

 Ich glaube: Brust mit Kopf.

  Ohne Arme?

 Ich weiss nicht, ob unbedingt ohne Arme.

 Scheint aber so, wenn man sich hier umschaut.

 Sind ja nicht alle ohne Arme. Schau uns an. Sieht nur so aus

auf dem Foto.

 

 

B

 Kennst du den Lavater?

 Nein, sagt mir nichts.

 Hat sich mit Physiognomik beschäftigt.

 Und das wäre?

 Die Idee, dass man aus den Gesichtszügen den Charakter einer Person ablesen kann. Das «Wesen» eines Menschen, wie er sagt.

 Du meinst, ob einer ein Maulheld ist oder ein Streithahn.

 Ja so ungefähr. Lavater studierte die Nasenformen, Wangenknochen, Form der Lippen und so weiter.

 Da muss ich nicht lange studieren: Schwülstige Lippen, schwülstige Haare. Schwülstiger Typ.

 Grosse Lippen, meinte Lavater, «zeigen einen sinnlichen, indelikaten – auch wohl dummen oder boshaften Menschen.»

 Das kannst du einfacher haben: Ein Gipskopf ist immer ein Dummkopf.

 So kann man es auch sagen. Die Büste ist aber aus Marmor.

 

 

C

• Was für Leute in so einem Museum sind!

• Du meinst die Statuen?

• Nein die Besucher. Was die wohl alle denken?

 Über die Kunstwerke hier?

• Ja, was denken die so?

 Kommt darauf an.

• Worauf?

 Warum sie ins Museum gegangen sind.

• Wie meinst du?

 Ja, was sie interessiert; die Geschichte, die Ästhetik, die Mythologie. Es gibt viele Gründe ins Museum zu gehen.

• Ach, du denkst, nicht alle sind wegen des Regens hier, wie wir?